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Corporate Social Responsibility 2010




 

 












Für 'Chiyoda Unyu' ist soziale Verantwortlichkeit mehr als ein Schlagwort

Von Taro Ichikawa

 

TOKIO (IDN*) – Für Isao Mizuno ist soziale Verantwortlichkeit ein Gebot. Mizuno ist Präsident des im Westen der japanischen Hauptstadt Tokio angesiedelten Transportunternehmens 'Chiyoda Unyu', das 95 Mitarbeiter beschäftigt.

 

Seit 2002 unterstützt die Firma ein Aufforstungsprojekt der  japanischen Nichtregierungsorganisation (NGO) im 5.100 Kilometer entfernten Nepal. Die Arbeiter von Chiyoda Unyu sammeln für ein lokales Recyclingunternehmen leere Milchpackungen. Der Erlös kommt dem NGO-Programm am Fuße des Himalayas zugute.

 

Isao Mizuno war 33 Jahre alt, als er den Betrieb seines Vaters übernahm, der das Unternehmen 1953 gegründet hatte und bis zu seinem Tod 1986 führte. Chiyoda Unyu sorgt für den Transport von Schwerlastern, Pkws und Haushaltsgütern. Auch managt die Firma Logistikzentren und Autoersatzteillager.

 

Bevor Isao Mizuno in die Fußstapfen seines Vaters trat, hatte er 1975 sein Wirtschaftsstudium an der Keio-Universität abgeschlossen. Damals befand sich Japan  in einer schweren Depression, die durch die internationale Ölkrise ausgelöst worden war.

 

Nach einem weiteren Studienjahr trat Isao Mizuno in die Firma Ito Yokado ein. Sechs Jahre lang war er für das Einzelhandelsunternehmen tätig – zwei Jahre lang als Sekretär des Firmengründers. Danach wechselte Isao zu 'Hino Motors', wo er vier Jahre lang Erfahrungen als Verkaufsmanager der Automobilbranche sammelte. Die Kontakte aus dieser Zeit sollten sich später, als er in den Betrieb seines Vaters einstieg, auszahlen.

 

Drei Jahre nach der Gründung von 'Mizuno Rikuso', wie das Unternehmen ursprünglich hieß, ging der Betrieb eine Partnerschaft mit Hino Motors ein und nannte sich fortan Chiyoda Unyu. Der Vertrag mit dem Automobilhersteller ermöglichte der Firma, sich zu konsolidieren und sich als feste Größe im japanischen Transportsektor zu etablieren. Dass Chiyoda Unyu 1990 seinen 500. Lastwagen von Hino Motors erwarb, würdigte das Partnerunternehmen mit einem Festakt.

 

Sicherheit zuerst

 

Isao lag stets das Wohlergehen und die Sicherheit seiner Mitarbeiter am Herzen. "Ich bin der Meinung, dass ein Unternehmen keine Kosten und Mühen scheuen sollte, um die Beschäftigten vor der Gefahr menschlichen Versagens zu schützen", unterstreicht der Firmenchef.

 

Das Fehlverhalten des Tokioter Energieunternehmens TEPCO im Zusammenhang mit der Atomkatastrophe in Fukushima habe ihn in seiner Haltung nur noch bestärkt. "Wenn es um die Sicherheit geht, kann nie genug getan werden", sagt er. "Denn kommt es zu einem Unfall, ist der gute Ruf dahin."

 

Wie der 58-Jährige betont, sind die firmeneigenen Fahrzeuge Transporter teuer.  "Unabhängig davon, dass wir gegen Schäden versichert sind, kann ein Unfall enorme Kosten verursachen", sagt er. Immerhin werden Schwertransporter zu einem Stückpreis von umgerechnet bis zu 616.000 Euro gehandelt.

 

Isao Mizuno ist ein regelrechter Fan von Sicherheitsrekordern. Da die Geräte mit GPS ausgestattet sind, lässt sich nachvollziehen, wo Fahrer in welcher Geschwindigkeit unterwegs sind. Gegenüber Fahrtenschreibern haben sie den Vorzug, dass sie den Fahrstil der Mitarbeiter über ein Punktesystem bewerten. Auch wenn die Geräte eine kostspielige Investition sind, kaufte der Unternehmer 440 Stück.

 

Auch bietet Chiyoda Unyu Anreize für einen umsichtigen Fahrstil seines Personals. Jeden Monat werden die Fahrer mit der höchsten Punktzahl am schwarzen Brett namentlich aufgeführt, alle sechs Monate mit Zertifikaten und Preisen belohnt.

 

Zunächst hatten sich die Mitarbeiter gegen die Einführung der Sicherheitsrekorder gestemmt. Doch der Firmenchef, überzeugt, dass die Geräte zu einer Verringerung der Verkehrsunfälle führen werden, blieb hart. Als dann einige Fahrer sogar Höchstpunkte auf Langstrecken etwa von Tokio nach Hiroschima (700 Kilometer) erzielten, war Isao zufolge der Bann gebrochen. Ab diesem Zeitpunkt hätten die anderen Mitarbeiter versucht, mit ihren besonders fahrtüchtigen Kollegen gleichzuziehen.

 

Isao Mizuno gab sich mit dem Erfolg jedoch noch lange nicht zufrieden. So führte er digitale Alkoholkontrollsysteme ein. Die Testergebnisse, etwa über die Höhe des Blutdrucks der Fahrer, können Online eingesehen werden.

 

Guter Ruf hat einen Preis

 

Gerade die digitalen Alkoholtests kosten das Unternehmen ein Vermögen, wie der Unternehmer erklärt. "Doch jede Investition, die die Unfallgefahr senkt, unsere Fahrer schützt und somit unserem guten Ruf bewahrt, ist eine gute Investition." Chiyoda Unyu wurde drei Mal nach ISO 14001 zertifiziert, einer international anerkannten Norm, die Bewertungsmaßstäbe des betrieblichen Umweltschutzes setzt.

 

Chiyoda Unyu war das erste Unternehmen im Lande, das den Massentransport von Großlastern und Pkws durchführte. Der Boom der japanischen Automobilproduktion Anfang der 1960er Jahre machte eine Aufrüstung der Transportsysteme erforderlich. Mit der Zeit wurden die Sattelschlepper immer größer, und Japans Transportunternehmen einschließlich Chiyoda Unyu stellten auf gigantische Anhänger um.

 

Die japanische Eisenbahn führte Doppeldecker-Ladesysteme ein, die 1965 erstmals den Transport von zwölf Autos ermöglichten. Schiffsunternehmen ließen spezielle Frachtcontainer für den  Autotransport bauen.

 

1972 erkannte Chiyoda Unyu, dass das Auftragsvolumen von Hino Motors seine Kapazitäten bei weitem überstieg. So ging das Unternehmen dazu über, einen Teil der Hino-Fahrzeuge zu verschiffen. Chiyoda Unyu arbeitet mit 15 Reedern zusammen, die monatlich 5.000 Fahrzeuge transportieren.

 

Isao Mizuno legt nicht nur großen Wert auf die Sicherheit seiner Mitarbeiter. Er sucht auch die Kommunikation mit ihnen. So veranstaltet er Grillpartys und eine Feier zum Ende des Jahres, zu denen auch die Familien der Fahrer eingeladen werden. Seit 20 Jahren lädt er Studenten zu Gesprächskreisen ein, um sie über die sozialen Aspekte seines Unternehmens zu informieren.

 

Auch beteiligt sich das Unternehmen aktiv am alljährlichen Frühjahresfest um den Hino-Stadtpark in Tokio. Es stellt einen Laster für den Verkauf von Schuhen zur Verfügung und Container für entzündliche und nicht entzündliche Stoffe, Dosen, Glas- und Plastikflaschen auf. Zudem ist das Unternehmen auf dem Kirschblütenfest auf dem Gelände der Hino Motors-Fabrik mit einem Schuh- und Nudelstand vertreten.

 

*Dieser Beitrag -- eine gemeinsame Produktion von IPS Japan, IDN-InDepthNews, Global Perspectives und Global Cooperation Council -- ist der achte einer Serie über 'Corporate Social Responsibility'. Die vorigen Beiträge können im Internet von der Seite http://www.csr.ipsnews.de heruntergeladen werden.
 

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