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Corporate Social Responsibility




 

 












Gefahren meistern – Für 'Gosho Transportation' ist Sicherheit Programm

Bild: Azuma Emori | Quelle: GMedia Japan

Von Taro Ichikawa

Tokio (IDN*) – Sie transportieren eine gefährliche Fracht. Die Lastzüge der japanischen 'Gosho Transportation Company' sind mit leicht entzündlichen Chemikalien und Ethanolen beladen, die heil und sicher ihre Bestimmungsorte erreichen sollen: Fabriken mit Sitz in Tokio und in den acht umliegenden Präfekturen der so genannten Kanto-Region.

Gosho ist 1969 aus 'Emori Oil' hervorgegangen, einem von Yoshio Emori gegründeten Betrieb mit 27 Tankstellen in Saitama and Tokio, der längst vom Sohn, Azuma Emori, geleitet wird. Für ihn ist der Werdegang des Unternehmens ein Beispiel für die hartnäckigen Bemühungen der Japaner, ihr kriegszerstörtes Land wiederaufzubauen.

Yoshio Emori war der älteste Sohn einer Familie, die seit dem 12. Jahrhundert in der Präfektur Saitama im Norden Tokios ein traditionelles japanisches Restaurant führte. Keine sechs Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, im Februar 1945, wurde er vom Militär eingezogen und nach Korea verschifft.

Von dort sollte es weiter nach 'Manchukuo' gehen, einen Marionettenstaat der Imperialmacht Japan. Doch anstatt hinter der koreanisch-chinesischen Grenze Kurs auf Richtung Manchukuo im Norden zu nehmen, fuhr der Zug gen Süden und verschlug Yoshio ins südchinesische Guangzhou.

Yoshio nahm an drei Schlachten teil, dann erzwangen die Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki die Kapitulation Japans und das offizielle Ende des zweiten Weltkriegs. Yoshio wurde von der Achten Routen-Armee gefangen genommen, der größten der beiden Truppen einer Einheit der Nationalen Revolutionären Armee der Republik China, die sich von 1937 bis 1945 mit Japan im Krieg befand.

Tankstellenkette nach dem Krieg

Sohn Azuma kann sich noch gut an das erinnern, was ihm sein Vater nach der Heimkehr aus chinesischer Kriegsgefangenschaft erzählte. Dort hatte er einem Gespräch japanischer Offiziere gelauscht. "Weißt du, Erdöl ist der Schlüssel der Zukunft", habe einer Militär einem anderen zugeraunt. "Japan hat nur deshalb den Krieg verloren, weil es kein Öl besitzt."

Nach seiner Rückkehr ins kriegszerstörte Japan war Vater Yoshio fest entschlossen, ein Geschäft aufzuziehen, das den neuen Anforderungen gewachsen war. Er entschloss sich deshalb, ins Tankstellengewerbe einzusteigen und 'Emori Oil Co. Ltd.' ward geboren.

Vier Jahr vor Ausbruch der Ölkrise 1973 befiel Yoshio Emori die Sorge, dass die Erdölindustrie keine Zukunft haben könnte und machte aus dem Lkw-Fuhrpark der Firma 1969 die 'Emori Transportation Company', die acht Jahre später zur Gosho Transportation umbenannt wurde. Als die Ölkrise Gestalt annahm, gab die Familie das Tankstellengeschäft auf.

"Damals gab es Gerüchte, dass die Ölreserven binnen 20 bis 30 Jahren aufgebraucht sein könnten", berichtet Sohn Azuma. Als er seinen Abschluss an der Takushoku-Universität in Tokio machte, schloss der Vater eine Tankstelle nach der anderen. "Die Lastwagen waren immer noch im Einsatz, transportierten aber nicht mehr Erdöl für unser Unternehmen."

Zum Glück gab es eine größere Tankstelle in der Nähe, die der Familienbetrieb beliefern konnte. Den Sohn trieb zu diesem Zeitpunkt der Gedanke um, dass es Zeit sei, die Zusammenarbeit mit japanischen Großunternehmen zu suchen, um die Transportfirma auf solide Füße zu stellen.

Diese Gedanken brachten ihn auf die Idee, in den Transport von Chemikalien und Ethanol-Kraftstoffen einzusteigen. Er restrukturierte die Firmenverwaltung. Da die Firmenlaster für den Transport von Chemikalien ungeeignet waren, wurden nach und nach neue Tankwagen aus Edelstahl angeschafft.

Umbau zu Transportunternehmen

"Ich war damals jung und waghalsig, traf mich mit vielen Menschen und sprach über meine Ideen. Ich war in der glücklichen Lage, ältere Freunde zu haben, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen", so Azuma Emori. Inzwischen hat das Unternehmen enge Beziehungen zu den beiden einflussreichen Handelsfirmen ITOCHU und Mitsubishi geknüpft und versorgt deren Fabriken mit den Chemikalien und Ethanolen, die sie benötigen.

"Neben der geschäftlichen Kontakte ist es wichtig, die eigenen Qualitätsstandards zu heben, um den Anforderungen der Frachtunternehmen gewachsen zu sein und somit am Ball zu bleiben", erläutert der Firmenvorsitzende. Vor allem Sicherheit sei für die Auftraggeber ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl der Transportunternehmen.

Den hohen Sicherheitsstandard hat sich Gosho schwarz auf weiß geben lassen. Seit 2005 bewirbt sich das Unternehmen erfolgreich um die begehrten 'G-Mark'-Zertifikate des Japanischen Lkw-Verbands, die die Sicherheit der heimischen Transportunternehmen bescheinigen. Das Siegel gilt für zwei Jahre. Für dieses Zertifikat konnten sich im letzten Jahr nur knapp 18 Prozent der landesweit 63.122 Lkw-Transportunternehmen zertifizieren.

Auch der umsichtige Fahrstil der Fahrer ist ein Qualitätsmerkmal der japanischen Transportbranche. So sind die Gosho-Tanklaster mit Fahrtenschreibern ausgestattet, die etwa Daten über die Beschleunigung, Geschwindigkeit, Drehgeschwindigkeit und die Manövrieraktivitäten der besonders geschulten Fahrer aufzeichnen. Darüber hinaus kommen Kameras zum Einsatz, die die Straße aus dem Blickwinkel der Fahrer aufnehmen und wie die Black Boxes für die Rekonstruktion von Unfällen nützlich sind.

Gerade in seiner Branche sei Sicherheit ein absolutes Muss, erklärt der Firmenchef. "Selbst wenn wir auf dem Gelände des Frachtunternehmens nur einen Tropfen einer Flüssigkeit verlieren, müssen wir eine schriftliche Erklärung für diese Unachtsamkeit vorlegen."  

Aufgrund der erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit leicht brennbaren Substanzen ist Gosho als Berater der Tokioter Feuerwehr (TFD) hochgeschätzt. Seit vielen Jahren leistet die Firma ehrenamtliche Aufklärungsarbeit und unterstützt auch die Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei. Azuma Emori saß jahrelang im Vorstand der Sicherheitsvereinigung für gefährliche Substanzen der TFD. Der Vereinigung gehören Transportunternehmen, Tankstellen und die Fabriken an, die mit den gefährlichen Substanzen zu tun haben.

Zeit für den Generationswechsel

Nach Ansicht des bald 60-jährigen Unternehmers ist nun die Zeit gekommen, seinem Sohn Manabu das Feld zu überlassen. Die Geschäftstermine und öffentlichen Auftritte übernimmt bereits der Junior. "Ich weiß nicht, was mein Sohn darüber denkt, doch nun  ist es an ihm, aus eigener Kraft vertrauensvolle Beziehungen mit Geschäftspartnern zu knüpfen und zu kultivieren. Das muss er schon selbst tun, das kann ich ihm nicht vererben."

Dem Senior zufolge hat die Zukunft immer Überraschungen parat. "Möglicherweise sind die Zeiten für den Chemikalientransport irgendwann vorbei. Wer vermag das schon zu sagen", sagt Azuma Emori. "Deshalb muss sich Manabu auf seine eigene Urteilskraft verlassen und Strategien entwickeln, damit das Unternehmen mit der Zeit gehen kann." (Deutsche Übersetzung: Karina Böckmann | Juli 2010)

*Dieser Beitrag – eine gemeinsame Produktion von IPS Japan, IDN-InDepthNews, Global Perspectives und Global Cooperation Council – ist der zweite Teil einer Serie über 'Corporate Social Responsibility': Transport und Umwelt. Der erste kann im Internet von der Seite http://www.csr.ipsnews.de heruntergeladen werden.

Link:
http://www.indepthnews.net/news/news.php?key1=2010-07-14 21:03:34&key2=1
http://goshounyu.com

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