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Corporate Social Responsibility




 

 












Glück als Firmenphilosophie – Logistikunternehmer fördert Umweltbewusstsein

 

Von Taro Ichikawa

Masaki IshiharaTokio (IDN*) - "Jeder außer mir selbst ist mein Mentor", meint Masaki Ishihara. Diese Maxime versucht der Chef des japanischen Fracht- und Logistikunternehmens 'Hinomaru Kyosu' im Firmenalltag umzusetzen. Die ständige Kommunikation mit seinen Mitarbeitern ist ihm sehr wichtig -- ebenso wie Umweltschutz und Verkehrssicherheit.

 

"Ich empfinde Dankbarkeit gegenüber all denen, die in meinem Unternehmen tätig sind", sagt Ishihara. "Meine Angestellten sollen mit mir nicht nur Engagement und Verantwortung teilen, sondern auch Stolz und Glück unter Kollegen."

 

'Hinomaru Kyosu' -- auf deutsch 'Sonnenflaggen-Express' -- hat seinen Hauptsitz in Takamatsu in der Präfektur Kagawa. Die 1957 gegründete Firma beschäftigt zurzeit 45 Manager und 306 Arbeiter -- davon 136 in Teilzeit. 2006 erhielt sie den renommierten 'Good Design Award' (G-Mark).

 

In seiner Neujahrsansprache verwies Ishihara abermals auf seinen obersten Leitsatz. "Kein Unternehmen kann überleben, wenn die Gesellschaft nicht an seinem Wohlstand teilhaben lässt und seiner Belegschaft keine Fortbildungen anbietet", erklärte er.

 

Ishihara sieht die Firma auch beim Umweltschutz in der Verantwortung. "Alle unsere Lastwagen sind mit digitalen Fahrtenschreibern ausgestattet", sagt er. Diese Neuerung habe bewirkt, dass sich die Fahrer gemeinsam um mehr Umweltverträglichkeit und Sicherheit im Verkehr bemühten.

 

Weniger Unfälle, geringerer Spritverbrauch

 

"Infolgedessen hat es weniger Unfälle gegeben. Außerdem ging der Treibstoffverbrauch zurück", berichtet Ishihara. Die digitalen Fahrtenschreiber seien mit dem Navigationssystem GPS ausgestattet, so dass alle Routen exakt rekonstruiert werden könnten.

 

Als Ishihara auf Wunsch seines Vaters in das Speditionsgeschäft einstieg, war ihm bewusst, dass Lastwagenfahrer einen eher niedrigen sozialen Status hatten. "Inzwischen bin ich aber davon überzeugt, dass die Transportindustrie ein wichtiger Teil des modernen Alltags ist. Die Zeiten ändern sich rasch und wir müssen uns auf neue Herausforderungen einstellen", meint er.

 

Ishiharas Vater Shogo, der das Unternehmen gründete, wurde 1916 geboren und arbeitete nach der Studienzeit in Tokio zunächst für die Bergbaufirma Mitsubishi. Im Zweiten Weltkrieg wurde er nach China geschickt und geriet als Armeeleutnant nach der Niederlage Japans 1945 in sowjetische Gefangenschaft.

 

Nach der Freilassung aus der Lagerhaft in Sibirien kehrte Shogo Ishihara in seine Heimat zurück, wo er sein Transportunternehmen gründete. Für sein Vorhaben erhielt er Unterstützung aus dem Verkehrministerium. Anfangs verfügte die Firma nur über vier Motordreiräder. Inzwischen umfasst der Fuhrpark zehn große und 60 normale LKW sowie 17 Autos, 14 weitere Fahrzeuge und fünf Gabelstapler.

 

Sein Sohn Masaki, der Älteste von drei Brüdern und Schwestern, arbeitete nach dem Hochschulabschluss in Kyoto zunächst in einer Bank. "Ich hatte damals nicht die Absicht, in das Geschäft meines Vaters einzusteigen", erklärt er freimütig. In den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg sei das Transportwesen eine raue Branche gewesen. Die Fahrer hätten immer ziemlich viel Alkohol getrunken.

 

Als der Vater vor etwa 20 Jahren an Krebs erkrankte, änderte der Sohn jedoch seine Meinung. Nach der Genesung von Shogo Ishihara blieb Masaki in der Firma. In der Zeit des Baubooms erhielt 'Hinomaru Kyuso' viele Aufträge aus dem Konstruktionssektor. Nach der Fertigstellung der Großen Setobrücke, die seit 1988 die japanische Hauptinsel Honshu mit der Insel Shikoku verbindet, erlebte die Branche jedoch einen Niedergang.

 

Nach Baustoffen auch Lebensmittel befördert

 

Sein Vater habe die Geschäfte mit Bauunternehmern trotz der Krise nicht aufgeben wollen, sagt Ishihara. Obwohl Shogo zu dem Zeitpunkt nicht mehr direkt im Unternehmen tätig war, respektierte der Sohn seinen Wunsch. "So lange er lebte, beförderte die Firma weiterhin Baumaterialien. Erst nach seinem Tod vor etwa zehn Jahren führte ich eine neue Unternehmenspolitik ein." 'Hinomaru Kyuso' transportiert und lagert seitdem auch Lebensmittel.

 

Ishihara gab außerdem Transporte über weite Strecken auf und konzentriert sich auf Aufträge auf der Insel Shikoku, wo das Unternehmen seinen Sitz hat. Früher habe die Firma Waren bis nach Tokio und Osaka gebracht, sagt er. Auf dem Rückweg habe man aber oft keine Frachtaufträge gehabt, so dass LKW leer fahren mussten. Zudem hätten die Konkurrenzunternehmen in Tokio und Osaka ihre Kunden mit Billigangeboten gelockt.

 

Auf der Insel Shikoku, auf der vier Präfekturen liegen, verfüge 'Hinomaru Kyuso' dagegen über gute Netzwerke und könne die Waren in Logistikzentren mit Kühlhäusern lagern, berichtet der Firmenchef.

 

Einer Sparte ist das Unternehmen seit seinen Anfängen treu geblieben: 'Hinomaru Kyuso' bringt täglich bekannte Zeitungen wie 'Seikyo Shimbun', 'Kornei Shimbun', 'Shikoku Shimbun' und 'Ehime Shimbun' in die Läden. (Deutsche Übersetzung: Corina Kolbe | Januar 2011)

 

*Dieser Beitrag -- eine gemeinsame Produktion von IPS Japan, IDN-InDepthNews, Global Perspectives und Global Cooperation Council – ist der fünfte einer Serie über 'Corporate Social Responsibility'. Die vorigen Beiträge können im Internet von der Seite http://www.csr.ipsnews.de heruntergeladen werden.

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