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Corporate Social Responsibility




 

 












'Grünes' Projekt gegen Smog und Feinstaub

Bild: Keiji Endo | Quelle: GMedia Japan

Von Taro Ichikawa

Bangkok (IDN*) – In den asiatischen und pazifischen Staaten ist die Dichte an Kraftfahrzeugen höher als in anderen Ländern der Welt. Wenn sich der Trend weiter fortsetzt, fahren in der Region bald mehr Autos als zusammengenommen in den USA und Europa. Allein in Japan ist die Zahl der Fahrzeuge von 8,12 Millionen 1966 auf 78 Millionen im vergangenen Jahr angewachsen. Mehr als die Hälfte davon sind PKW, etwa 34 Prozent Transporter und acht Prozent Lastwagen. Hinzu kommen Motorräder und Busse.

In dem Zeitraum sind zudem immer mehr Logistikunternehmen gegründet worden. "Derzeit gibt es rund 60.000 solcher Firmen. Das bedeutet einen Anstieg um 50 Prozent im Vergleich zu den neunziger Jahren", sagte Keiji Endo, der Geschäftsführer der 'Tokyo Trucking Association', kürzlich auf dem fünften regionalen Forum für ökologisch nachhaltigen Verkehr (EST) in der thailändischen Hauptstadt Bangkok.

An dem Treffen nahmen hochrangige Regierungsvertreter aus 22 asiatischen Staaten und internationale Verkehrsexperten teil. Organisiert wurde die Tagung von dem UN-Zentrum für Regionale Entwicklung (UNCRD), dem thailändischen Ministerium für natürliche Ressourcen, dem japanischen Umweltministerium sowie der UN-Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien (UN ESCAP).

Nach Angaben von Endo besitzen 99 Prozent der Fuhrunternehmen in Japan weniger als hundert Lastwagen. Mehr als drei Viertel der Firmen haben sogar nur eine Flotte von weniger als 20 LKW.

Gemäß einem japanischen Umweltgesetz, das die Stickstoffoxid- und Feinstaubemissionen begrenzen soll, dürfen seit 2003 keine großen LKW mehr fahren, die älter als neun Jahre sind. Bei kleineren Lastwagen gilt eine Grenze von acht Jahren. Die tatsächlich zurückgelegte Kilometerzahl spielt dabei keine Rolle. Mit diesen strengen Regelungen will der Gesetzgeber den von kleinen und mittleren Unternehmen verursachten Schadstoffausstoß unter Kontrolle halten.

Strenge Regeln für Kraftfahrer in Tokio

In der Hauptstadt Tokio sind noch schärfere Gegenmaßnahmen eingeführt worden. Besitzer von Fahrzeugen, die älter als sieben Jahre sind, müssen entweder einen Rußpartikelfilter einbauen oder die Autos abschaffen. Verstöße gegen diese Regelungen werden bestraft.

Nach der Einführung dieser Richtlinie haben alle Messstationen in Tokio bestätigt, dass die Luft wesentlich sauberer geworden ist. Der Preis, den kleine und mittlere Firmen dafür zahlen mussten, war allerdings hoch. Viele konnten sich offensichtlich die Anschaffung von Rußfiltern oder neuer LKW nicht leisten. Die Mitgliedszahl in Endos Fuhrunternehmervereinigung brach daraufhin um 20 Prozent ein. Etwa im gleichen Umfang ist seit 2003 die Zahl der Lastwagen gesunken.

Auch das reformierte Energiespargesetz soll dazu beitragen, die Umwelt zu schützen. Fuhrunternehmen sind demnach dazu verpflichtet, regelmäßig über ihre CO2-Emissionen Bericht zu erstatten. "Die kleinen Firmen sind allerdings nicht in der Lage, solche Daten zu erheben", gab Endo zu bedenken.

Angesichts dieser Probleme startete die Tokioter Fuhrunternehmervereinigung ein eigenes Projekt, das umweltfreundliches Fahren fördern soll. Darin wird auch die soziale Verantwortung der Logistikfirmen für die Umwelt unterstrichen.

Einer Umfrage zufolge haben die Maßnahmen bereits dazu geführt, dass sich der Ausstoß von Stickstoffoxid um 15 Prozent und die CO2-Emissionen um 20 Prozent reduziert haben. Das 'grüne' Projekt ruht auf vier Pfeilern: Nachhaltigkeit, überschaubare Kosten, verlässliche Datensammlung und Akzeptanz bei Kraftfahrern.

Alle an dem 'Green-Eco'-Projekt Beteiligten erhalten Schulungen in umweltbewusstem Fahren. Regelmäßige Dokumentationen sollen es ihnen ermöglichen, Fortschritte, etwa bei der effizienten Treibstoffnutzung, zu verfolgen. Zur Steigerung der Motivation sollen Fahrer, die die Regeln genau einhalten, ausgezeichnet werden.

Projekt hat immer größeren Zulauf

Laut Endo steigt die Zahl der Teilnehmer jedes Jahr kontinuierlich an. Im März dieses Jahres waren bereits mehr als 500 Unternehmen und 11.000 Fahrzeuge für das Projekt registriert. Zudem ist der Spritverbrauch in den vergangenen vier Jahren immer weiter gesunken. Die eingesparte Treibstoffmenge im Wert von umgerechnet etwa 9,5 Millionen US-Dollar entsprach den Tankfüllungen von 500 großen LKW. Zugleich reduzierte sich der CO2-Ausstoß um 20.000 Tonnen. Die Zahl der Verkehrsunfälle ging in dem Zeitraum um 40 Prozent zurück.

"Das Projekt hat nicht nur der nationalen Wirtschaft, sondern der gesamten Gesellschaft große Vorteile gebracht", erklärte Endo auf dem Treffen in Bangkok. Als nächstes sei geplant, für jeden Fahrzeugtyp Daten zum effizienten Spritverbrauch zu erheben. In Japan gebe es Hightech-Geräte wie digitale Tachometer und Fahrtenschreiber, die die Umsetzung der Umweltschutzmaßnahmen erleichtern könnten, meinte er. Für den Anfang reiche es aber schon, wenn die Teilnehmer ihre Daten per Hand aufschrieben.

Endo hat nun vor, das 'Green-Eco'-Projekt in ganz Japan umzusetzen. Angesichts der niedrigen Kosten hofft er außerdem darauf, Partner in anderen Ländern der Region zu finden.
(Deutsche Übersetzung: Corina Kolbe | Oktober 2010)

*Dieser Beitrag – eine gemeinsame Produktion von IPS Japan, IDN-InDepthNews, Global Perspectives und Global Cooperation Council – ist der dritte einer Serie über 'Corporate Social Responsibility': Transport und Umwelt. Die vorigen Beiträge können im Internet von der Seite http://www.csr.ipsnews.de heruntergeladen werden.

http://www.uncrd.or.jp/env/5th-regional-est-forum/index.htm
http://www.un.org/esa/dsd/csd/csd_csd18.shtml
http://www.totokyo.or.jp/
http://www.indepthnews.net/news/news.php?key1=2010-08-25%2003:21:56&key2=1

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